Geige spielen: Interview von dem berühmten Geigenlehrer Helge Slaatto

In diesem Interview von meinem ehemaligen Geigenlehrer Helge Slaatto erfährst du:

- Wie man sein Gehör verbessern kann, um eine präzisere Intonation zu bekommen.

- Wie man einen schöneren Klang bekommt, damit sich deine Lieder schöner anhören.

- Was der wichtigste Faktor für Helge Slaatto war, um Geige mit Erfolg zu lernen.

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Es ist ein richtig interessantes Interview, 40 Minuten voller Tipps dazu, wie man Geige mit Erfolg lernt.

In der Mitte des Videos frage ich Helge Slaatto, ob er denkt, dass man Geige als Erwachsener lernen kann: Du wirst seine überraschende Antwort darüber hören!

Und bis Ende des Videos geht es weiter mit vielen Tipps, also wenn du wirklich Geige mit Erfolg lernen willst, dann solltest du dir die Zeit nehmen, das ganze Video anzusehen.

Ich wünsche dir viel Spaß und interessante Entdeckungen dabei!

[VIDEO] Interview von Helge Slaatto

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[TRANSKRIPT] Interview von Helge Slaatto

Antoine Morales: Ich bin heute mit Helge Slaatto Geigenlehrer an der Musikhochschule Münster und er wird dir heute viele Tipps geben, um wie du Geige mit Erfolg lernen kannst. Guten Tag mein Name ist Antoine Morales, professioneller Geiger und Geigenlehrer spezialisiert auf das Erlernen von Erwachsenen. Ich mache heute ein Interview mit Helge Slaatto. Der wird dir zum Beispiel Tipps geben, wie du dein Klang verbessern kannst oder dein Gehör verbessern kannst und auch viele Fragen beantworten, wie zum Beispiel, ist es überhaupt möglich Geige als Erwachsener zu lernen?

Also Helge Slaatto, Sie waren Konzertmeister in 2 unterschiedlichen Orchestern, Sie waren auch natürlich in verschiedenen Ensemble. Sie haben Meisterkurse in vielen Ländern gegeben so wie in Deutschland, in Griechenland, in Dänemark. Sie haben auch mehrere CD's produziert und ja genau, Sie waren auch Dekan auf der Musikhochschule in Münster, wo Sie dann als Geigenlehrer auch gearbeitet haben, wo Sie dort viele professionelle Geiger ausgebildet haben. Ich habe auch selbst vier Jahre lang mit Helge Slaatto in der Musikhochschule Münster studiert und habe dort sehr viel gelernt.

Helge Slaatto: Sehr schön. Freut mich und auch sehr schön Sie wieder zu sehen.

Antoine Morales: Ja, auf jeden Fall. Also natürlich meine erste Frage für Sie: Was hat Ihnen am meisten geholfen Geige mit Erfolg zu lernen?

Helge Slaatto: Das ist natürlich ein sehr langer Prozess und ich hatte auf dem Weg sehr viele gute Lehrer, aber sehr wegweisend für mich war schon die Begegnung mit Professor Sándor Végh, der groß-ungarische Geiger und ganz großer Musiker, später auch als Dirigent bekannt. Er hatte mit Camerata Salzburg ganz grandiose Konzerte gemacht. Er war eine sehr große Inspiration und ich war natürlich auch bei anderen Lehrern. Ich war in Amerika bei Dorothy Delay und davor, bevor ich bei Sándor Végh kam, war ich bei einer sehr guten Lehrerin in London. Die hieß Maria Lidka, eine Schülerin von Max Rostal.

Antoine Morales: Ah, Max Rostal.

Helge Slaatto: So auf die Art habe ich ein bisschen ganz verschiedene Einblicke bekommen.

Antoine Morales: Für die, die Dorothy Delay nicht kennen, sie hat Ithzak Perlman unterrichtet.

Helge Slaatto: Genau.

Antoine Morales: Und Max Rostal hat so auch Bücher über die Geige geschrieben. Ist auch ein sehr berühmter Geigenpädagoge und so eigentlich, was Ihnen am meisten geholfen hat und was so ganz wichtig war, waren die Geigenlehrer, die Sie gehabt haben.

Helge Slaatto: Ja, aber man lernt verschiedene Sachen von verschiedenen Lehrern. Zum Beispiel bei Delay war sehr interessant die Tatsache, dass sie selber wenig gespielt hat. Végh hat ja auch in den späten Jahren sehr viel gespielt und auch gerne immer mit der Geige demonstriert. Das hat Delay wenig, wenn überhaupt. Aber das war für mich auch sehr interessant, weil da hat man zum Beispiel gesehen wie sie mit den ganz jungen unglaublich talentierten Leuten umgeht und sie konnte den allen helfen und das war für mich eine große Inspiration. Zum Beispiel, ich habe ja später Suyoen Kim unterrichtet, ein absolutes Ausnahmetalent.

Da war diese Art von Delay auch eine Inspiration, wie geht man mit extrem begabten Leuten um. Das ist nämlich auch nicht nur einfach. Da gibt es ja unter anderem auch darum, denen zu helfen, aber auch nicht zu stören, weil die Begabung ist etwas sehr Wertvolles und dann muss man aufpassen auf die richtige Art die Sache anzupacken und dass die Leute nicht gestört werden und nicht durcheinander kommen. Das kann nämlich auch passieren. Das ist genau wie beim Fußball bei den Fußballtrainern. Wie und warum gelingt es irgendjemanden ständig, dass seine Mannschaft gewinnt und bei jemand anders läuft es eben nicht.

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Antoine Morales: Ja, natürlich. Das ist auch wichtig so wer trainiert und wenn man trainiert, wird man gut. So wie man übt, lernt man daraus. Ist sehr schön. So zum Beispiel, was wären für Sie die wichtigsten Faktoren, wenn jemand Geige mit Erfolg lernen will? Die wichtigsten Faktoren dort.

Helge Slaatto: Ich glaube, dass jemand überhaupt Lust hat dieses Instrument zu lernen.

Antoine Morales: Ja, die Motivation.

Helge Slaatto: Die Motivation, ohne Zweifel eine sehr wichtige Voraussetzung und dann natürlich, dass jemand...es geht darum, dass jemand die Vorstellung bekommt oder hat, wie etwas klingen soll und je früher diese Vorstellung gestärkt werden kann, je besser, weil wenn wir keine Vorstellung haben, wie etwas klingen soll, dann sind wir wie ein Maler, der blind ist. Es ist schwer zu malen, wenn man gar nicht sehen kann und das ist extrem wichtig. Gleichzeitig ist es auch ein langer Prozess und nicht jeder kann sofort alles hören. Ich kann mich erinnern, als ich anfing, ich fand es extrem schwer zu hören und sauber zu spielen.

Antoine Morales: Also Sie hören so Helge Slaatto, der ein sehr berühmter Geiger geworden ist, hatte am Anfang auch sehr viele Schwierigkeiten und das ist normal so. Niemand fängt an und fängt direkt an Geige sauber zu spielen. Da muss man wirklich üben und wie mehr man übt, so werden sich diese Vorstellungen einprägen. Welche Tipps haben Sie, um seine Vorstellungen zu verbessern?

Helge Slaatto: Also da gibt es natürlich sehr viele, was man machen kann, aber ich kann mir vorstellen, dass der...da gibt's ja diesen wunderbaren Lehrer in Finnland für Kinder Géza Szilvay, der die Colourstrings entwickelt hat und er hat ein paar Grundprinzipien, die finde ich sehr wertvoll sind - früh mit dem Zusammenspiel anfangen, fast von Anfang an. Das heißt, sobald jemand eine leere Saite streichen kann, dann kann der Lehrer etwas Komplizierteres darüber spielen. Da wird der Schüler motiviert, weil er hört, das klingt ja fantastisch, wenn zwei zusammenspielen und wenn er dann seine leeren Saiten spielt, dann spielt er ja eigentlich schon ziemlich sauber und das ist glaube ich, ein sehr guter Anfang und eine leere Saite schön zu spielen, ist eine große Aufgabe. Wenn man das geschafft hat, dann ist man schon ziemlich weit.

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Antoine Morales: Zum Beispiel, wenn die Leute allein zuhause üben, dann dürfen die also Aufnahmen benutzen und darüber spielen.

Helge Slaatto: Ja, das ist absolut auch möglich. Ich meine, heutzutage mit der ganzen Aufnahmetechnik, die Zeiten haben sich natürlich sehr geändert. Wir können auf die Art sehr schnell lernen also ich hatte neulich...kamen so junge Talente aus China und haben mir vorgespielt und ich muss schon sagen, ich war verblüfft. Die waren so 8, 9 Jahre alt und was die so alles irgendwie mitbekommen haben und woher, weil in den ganz alten Tagen war es irgendwie ein bisschen anders, weil da war ja, sagen wir, wenn der junge Menuhin gespielt hat, das Publikum ist aufgestanden, weil die hatten das Gefühl, das war ein Mirakel. Das war, wie Gott war anwesend und man sagte auch, dass...der junge Menuhin konnte einen Atheisten zum Gläubigen machen. Aber heute ist es in einem gewissen Sinne weniger mystisch, weil die Leute können alles auf YouTube hören. Die hören alles Mögliche und wer schnell ist, kann sehr viel was aufschnappen, aber ich glaube trotzdem sehr an diese persönliche Beziehung, die Beziehung zu der Musik, zu anderen Musikern, zum Lehrer, zu Freunden. Das ist sehr wichtig gerade in so einer Zeit, wo alles sehr technisch werden kann.

Antoine Morales: Ja, das erinnert mich, ich hatte zum Beispiel gelesen, dass Ivry Gitlis, wenn er jung war, spielte er immer mit dem Radio. Das Radio war immer an und dann spielte er so seine stücke mit dem Radio.

Helge Slaatto: Ja, genau und auch die ganzen Jazzmusiker. Auf die Art hat sich das Ganze entwickelt.

Antoine Morales: Ja, dass die am Anfang was hörten und darüber gespielt haben. Und so heute, sagen wir, kann man sehr viel machen also es gibt sehr viele Möglichkeiten. Man hat jetzt so die Chance, die Aufnahmen oder Videos von den besten Geigern auf der Welt hören und sehen wie die spielen, wie die machen. So viel früher am Anfang war es nicht möglich. Man musste zum Konzert gehen.

Helge Slaatto: Aber ich muss auch sagen eines, es gibt sehr viele Aufnahmen. Man kann heutzutage alles hören, aber gleichzeitig ist es erstaunlich, wenn man sagt: „Ja, das ist wie Casals“ oder so und dann gucken manchmal die Studenten so, weil die wissen nicht wer das war.

Antoine Morales: Also die neue Generation.

Helge Slaatto: Ja und die ganze...Gitlis ist auch so ein Name. Überhaupt ganz viele große Namen, die werden viel zu schnell vergessen und Pianisten- der große Pianist Sokolow, den ich liebe zu hören. Ich meine, alle wissen wer Lang Lang ist, aber Sokolow ist ja mindestens so interessant. Sollte man auch kennen.

Antoine Morales: Und jetzt haben wir eine ganz andere Art zu spielen so früher und heute. Das ist sehr interessant also diese unterschiedlichen Aufnahmen zu hören, um sich selbst eigentlich so zu finden, was einem gefällt eigentlich.

Helge Slaatto: Genau und es gibt auch eine ungeheuerliche Inspiration und große Lust Geige zu spielen und überhaupt Musik zu machen. Auch wenn man Geige spielt, ist die Inspiration...die große Inspiration ist auch Gesang und deswegen finde ich so wichtig.. die Studenten, die sollen alle Maria Callas gehört haben, die sollen Caruso usw. gehört haben, das ist sehr wichtig.

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Antoine Morales: Da wir von Gesang sprechen, habe ich immer gefunden selbst zu singen. Hab immer sehr viel geübt, um die Musikalität zu phrasieren.

Helge Slaatto: Das ist wahrscheinlich gut. Meine Frau hat mich darauf aufmerksam gemacht, weil sie ungeheuer viel mit Kindern ist und das Singen, leider die Fähigkeit zu singen ist nicht sehr entwickelt. So viele können dann einfach nicht singen, aber deswegen ist auch wichtig mit den Kindern zusammen zu singen, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht darauf, wie es klingt, weil es kann wirklich dann sein, dass es ziemlich falsch klingt zuerst, aber dass man überhaupt in Gang kommt damit, das ist extrem wichtig und von dort aus, wenn das erst irgendwie läuft, dann kann man versuchen das auf dem Streichinstrument nachzumachen. Singt es doch und dann spielt es nach - die Zeit ist leider ein bisschen...so gut sind wir heute nicht bestückt, dass wir das unbedingt immer machen können und es gibt auch übrigens sehr gute Leute, die erstaunlich schlecht singen. Das ist ein bisschen eine Kunst, die wir versäumen oder vernachlässigt haben. Da hat der Koday einen fantastischen Einsatz gemacht und das ist auch etwas, wo Szilvay, er knüpft da an. Er fängt an mit Kindergartenmusik, musikalische Kindergärten und da wird viel gesungen und dann lernen die die Lieder und fangen die ein bisschen später an Geige zu spielen, diese Lieder, die sie schon können.

Antoine Morales: Dann können sie sich, weil wenn man singt, muss man sich erstmal die Töne vorstellen eigentlich.

Helge Slaatto: Ganz genau.

Antoine Morales: Deswegen fand ich auch immer gut so ein paar Übungen zu machen, wo man einfach so unterschiedliche Töne singt und vielleicht nach einiger Zeit selber zu spielen. Natürlich am Anfang ist das sehr schwierig, aber wenn man das übt und regelmäßig übt, dass man zum Beispiel so nur einfach einen einzigen Ton singt, erstmal, dass man zum Beispiel nur die leere Saite singen kann. So kann man schon langsam lernen so richtig zu singen und das ist Singen als Übung. Das muss nicht unbedingt schön sein, sondern man muss sich einfach konzentrieren den Ton richtig zu treffen.

Helge Slaatto: Ganz genau. Ich finde auch, um auf diese Sache, wie lernt man Geige spielen, wenn man älter ist, wenn man erwachsen ist, um darauf zurückzukommen. Das ist, wie Sie ganz richtig sagen, es muss nicht unbedingt schön sein also wir sollen, wir müssen in Kauf nehmen, dass wir lernen durch Fehler machen und auf dem Weg zum schönen Ton geht man große Umwege und das ist kein gerader Weg, wo alles glatt geht. Das ist vielleicht die größte Herausforderung. Nicht am wenigsten für die Erwachsenen, weil eigentlich, hat mir ein Kollege gesagt, es ist Forschung gemacht worden, dass dieses, man sagt immer, nach einem gewissen Alter kann man nichts mehr lernen. Das stimmt nicht. Man kann die ganze Zeit lernen, aber, ich glaube, wenn man älter wird, je älter man wird, desto besser wird man Entschuldigungen finden, warum man nicht lernt.

Zum Beispiel, ein Erwachsener, der kommt dann mit unglaublichen Entschuldigungen und baut ganze Konstruktionen von ganz komplizierten Gedanken, warum es sich nicht machen lässt und das ist für ein Kind nicht möglich. Das Kind kommt nur und es geht nicht so gut, aber okey. Dann nimmt man es so wahr und bemüht sich und die Welt erwartet, dass das Kind es in einer Woche besser kann und in zwei Wochen noch besser, während der Erwachsene von sich selber erwartet, dass er das sofort können soll: „Ich kann das nicht, also gibt es einen Grund“. „Ich hab eine besonders schlechte Beziehung zu meiner Mutter gehabt und deswegen kann ich dies nicht machen oder ich habe Angst vor Dunkelheit und deswegen geht dieses nicht usw.“

Antoine Morales: Über das Thema habe ich schon viel darüber gelesen in der letzten Zeit. In meinem Buch spreche ich auch davon. Diese falschen Gedanken Muster, dass man glaubt... Ich hatte eine Schülerin letztes Jahr. Die war kurz in Deutschland vor ein paar Monaten und sie war behindert und sie spielte Geige seit zwei Jahren und ich habe sie unterrichtet und sie war sehr motiviert, also hat sie Fortschritte gemacht, aber sie hat immer einiger Weise auf ihre Art gespielt. Zum Beispiel mit ihrem kleinen Finger, sie dachte immer, dass sie wegen ihrer Behinderung nicht mit ihrem vierten Finger richtig spielen konnte und statt so wirklich mit dem vierten Finger die Saite zu greifen, hat sie immer die ganze Hand bewegt.

Und ich am Anfang so, weil sie hatte zerebrale Lähmung. Ich dachte am Anfang, dass sie das wirklich nicht kann, weil sie diese Behinderung hat, aber dann habe ich gesehen zuerst einmal, was sie wirklich störte so und sie hatte mit der Hand Probleme und dann habe ich mich trotzdem bemüht wirklich zu versuchen diese Probleme zu korrigieren. Wenn man so nicht probiert, dann kann man sowieso nichts erwarten. Ich habe dann für sie spezielle Übungen entwickelt, um diese Probleme mit den Fingern zu lösen und dann am Anfang sagte sie „Ne, das geht gar nicht, das kann ich nicht wegen meiner Behinderung so“. Und dann nach ein paar Wochen konnte sie ganz normal mit dem vierten Finger greifen.

Helge Slaatto: Ja, fantastisch.

Antoine Morales: Und das war wirklich, weil sie dachte und genau sie hatte die Geige gelernt und ich denke, ihre vorherige Lehrerin dachte auch, dass sie das vielleicht nicht machen konnte, weil sie diese Behinderung hatte. Deswegen ist sie in diesem Glauben geblieben, dass sie das und das nicht richtig machen könnte.

Helge Slaatto: Das ist fantastisch. Das ist eine sehr schöne Geschichte. Erinnert mich ein bisschen an meinen Bruder. Ich habe zwei Brüder und ein Bruder ist so Aktionskünstler und der hat eine lustige Sache gemacht. Der ist, als er Kind war, ging er immer Baden an einem Strand und er hatte diese jungen Männer gesehen, die da von den 10 m Turm gesprungen sind, mit Armen zuerst und er war ungeheuer imponiert. Dann als er über 50 war, ist er mit meiner Mutter wieder zu diesem Strand gegangen und hat wieder diese jungen Leute gesehen. Jetzt war er selber aber älter und er hat die gesehen, wie die das machten und hat gedacht „Das wollte ich damals so gerne lernen. Das habe ich nicht gelernt. Jetzt mache ich das!“ und dann hat er systematisch sich trainiert, so dass er das gelernt hat.

Das war, finde ich, eine ganz tolle Geschichte und hat zum Beispiel auch gesehen das große Schanzen Springen, was man macht. Er hat nie große und dann hat er das auch vorgenommen: „Das muss ich auch lernen“. Hat auch geschafft und er ließ sich trainieren von der Trainerin der norwegischen Nationalmannschaft und er hat das eingebaut in eine Theateraufführung und bei der Aufführung saß der Trainer hinter mir. Er hat so gelacht, weil das war so witzig, weil er hat das kombiniert. Wenn man etwas Neues lernt, muss man sich hingeben. Das ist wie mit der Liebe. Man muss alles riskieren also sich sichtlich hingeben und es war wunderbar.

Antoine Morales: Das ist sehr wichtig. Das größte Problem bei Erwachsenen, finde ich auch, dass sie erstmal denken, dass sie das nicht lernen können. Und das ist wirklich ein Mythos. Wenn man Geige als Erwachsener lernen will, was sie gerade gesagt haben, muss man es einfach jetzt machen und nicht immer warten. Sehr schön. Ich wollte Sie fragen, wie könnte man eigentlich...wir haben ja viel von dem Klang der Geige gesprochen. Haben Sie zum Beispiel so ein Tipp oder irgendwas, wie man sein Klang an der Geige verbessern könnte, für einen Anfänger?

Helge Slaatto: Ja, also ich glaube sehr, wie gesagt, ich glaube sehr an diese Sache, dass Sie spielen mit. Der Anfänger spielt zum Beispiel leere Saiten und sie spielen. Sie haben ja einen sehr schönen Klang und Sie spielen dann mit dem Anfänger gerne auch, obwohl der Anfänger nur die leeren Saiten spielt. So können Sie auch ein bisschen vibrieren und so „Oh, das klingt aber schön“. Auf diese Art können Sie, glaube ich, ihn sehr motivieren und Sie müssen aber nur ein bisschen aufpassen, dass der Anfänger auch findet, dass ganz einfach ein ganz schlichter schöner Ton auch einen großen Wert hat.

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Man muss nicht unbedingt sofort wahnsinnig vibrieren. Ich hätte da meinen Sohn. Der fing an auch Geige zu spielen, der zweite Sohn und der hat es sehr schön gemacht, sehr sauber gespielt und alles, aber er hörte natürlich meine Frau und mich beim Üben und eines Tages saß er auf seinem Bett und da kamen so Tränen runter und da sagte ich „Was ist denn los?“. Er sagt „Ich habe so einen kalten Ton“, weil er hat natürlich da nicht vibriert, aber er hat es gehört. Er hat dann einen Freund von mir gehört, der Tuba spielte, sehr schön Tuba, wunderbar Tuba spielt. Das hat einen großen dunklen Ton und dann ist er auf Tuba umgestiegen und dann hat er das sehr schön gemacht. Da sind viele Wege.

Antoine Morales: Ja, da sind viele Wege. Für die, die es nicht wissen, eine Tuba, so dass sie sich es vorstellen können, ist auch ein Instrument, das so riesig ist, sehr groß und sehr tiefe Töne spielt.

Helge Slaatto: Inzwischen gibt es wunderbare Tubaspieler, nicht am wenigsten in Dänemark. Die sind sehr gut.

Antoine Morales: Super. Diese Frage höre ich oft. Die Leute fragen sich immer, wie oft und wie lange man üben sollte.

Helge Slaatto: Ja, das ist...ich glaube, da gibt es viele Mythen, dass man unglaublich viel üben soll und ich glaube nicht, dass das unbedingt stimmt. Man soll sehr regelmäßig üben. Man soll möglichst jeden Tag üben. Das ist sehr wichtig, weil das Üben ist wie das Atmen und wie das Leben. Deswegen ist es regelmäßig. Das wird ein Teil vom Leben. Das ist sehr wichtig, aber wenn man zu lange übt, dann hört man nicht mehr zu und deswegen ist es zum Teil auch besser in Portionen zu üben mit Pausen. Das kennt man zum Beispiel von ganz großen Leuten, wie die russischen Pianisten Richter und Gilels. Die haben oft angeblich sehr gut konzentriert geübt und dann eine Pause oder ein Spaziergang dann wieder geübt und dann Spaziergang.

Antoine Morales: Ja, so richtig konzentriert.

Helge Slaatto: Es gibt eine Grenze für wie viel man oder wie lange man zuhören kann. Noch eine Sache - alleine üben über sehr viele Stunden ist...einige können das und wenn jemand, sagen wir, wenn es jemanden leicht fällt das zu machen, dann ist natürlich kein Grund, warum er das nicht machen soll, aber wenn jemand nicht mehr zuhören kann, dann soll er das nicht durchzwingen, weil das bringt nichts. Ich glaube, das ist mit ein Grund, warum es gut ist zusammen zu spielen. Da kann man länger zusammen Musik machen, weil es gibt einen Austausch. Der eine sagt „Das klingt nicht gut“ oder „Kannst du nicht lieber so machen?“.

Da ist ein lebendiger Austausch. Deswegen ist es so wichtig zusammen zu spielen und nicht nur alleine, weil zum Beispiel, das erinnert mich...wir waren mal in Portugal und dann war ein Mädchen...und wir haben englisch gesprochen, weil wir konnten da nicht portugiesisch und dann haben wir mit so einem ganz jungen Mädchen gesprochen und sie hat so ein bisschen ganz gut versucht zu erklären mit dem Englisch, was sie konnte und dann hat die Großmutter so das Fenster geöffnet und herausgerufen zu dem Mädchen „Du sollst nicht Englisch sprechen, bevor du es kannst“. Das ist genau die falsche Mentalität. Deswegen hat die Großmutter das wahrscheinlich nie gelernt.

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Antoine Morales: Ja, im Gegenteil. Es ist egal am Anfang, wenn man Fehler macht. Eigentlich jeder macht Fehler. Ich war auch so bei einem Konzert letzten Jahres von Leonidas Kavakos und da waren auch Fehler.

Helge Slaatto: Ein wunderbarer Geiger.

Antoine Morales: Ja, er ist ein wunderbarer. Er ist wahrscheinlich einer der besten der heutigen Zeit und er macht wirklich nie Fehler und trotzdem hat er ein paar Töne daneben gespielt und das ist ganz normal. Das kann wirklich jedem passieren.

Helge Slaatto: Der ist ein fantastischer Geiger.

Antoine Morales: Ja, der ist ein fantastischer Geiger. Das kann man gut verstehen, wenn er auch manchmal ein paar Töne daneben spielt.

Helge Slaatto: Da war ja auch dieses schöne Interview mit Michael Jordan, der große Basketballspieler. Das sagte ihm irgendjemand „Das muss doch fantastisch sein so ein Star zu sein, der nur immer trifft“ und der hat irgendwie gesagt „Weißt du was, ich habe so und so viele Male daneben geschossen, so und so viele Male das schlecht gemacht, so und so viele..“ und er hat das alles aufgelistet, eine Reihe von Fehlern.. „Deswegen bin ich so gut, weil ich habe davon gelernt“.

Antoine Morales: Ja, das habe ich auch gehört. Das war eigentlich vor ein paar Jahren, Michael Jordan war da und es gab niemanden, der so viele Male daneben geschossen hatte, aber der hat so viele Male daneben geschossen und weil er das jedes Mal probiert hat, versucht hat, hat er das auch gelernt. Man vergiss immer, was die Leute gemacht haben, um dort zu landen. Man sieht sie nur da oben und denkt, dass es alles einfach war, aber das war es überhaupt nicht.

Helge Slaatto: Sehr viel Geduld und bei Geige spielen braucht man sehr viel Geduld.

Antoine Morales: Und ganz ruhig zu bleiben.

Helge Slaatto: Und die Umwelt muss auch geduldig sein und das ist vielleicht auch ein bisschen die Sache, wenn man Erwachsen ist, dann ist man oft nicht alleine, sondern oder hoffentlich nicht, sondern sagen wir man hat eine Frau, man hat Kinder usw. und das die auch ein bisschen Verständnis dafür haben, dass es ein bisschen dauern kann, bevor es sozusagen schön klingt und dass sie das Spiel nicht lächerlich machen. Das ist sehr wichtig so. Keiner lernt alleine. Man lernt immer in einem Umfeld und das ist wahrscheinlich auch ein sehr wichtiger Punkt. Deswegen lernen Kinder dann doch so gut, weil die Umwelt unterstützt.

Antoine Morales: So die Eltern sind immer da, unterstützen.

Helge Slaatto: Die machen auch Terror, was sie auch oft machen. Dann werden Ängste geschnürt usw.

Antoine Morales: Das stimmt so bei Erwachsenen. Die Erwachsenen sind oft die, die mir schreiben zum Beispiel, dass ihr Umfeld sie unterstützt und man sieht das sich schnell lernen, dass sie sehr motiviert sind. Im Gegenteil, es gibt anderen, die sich ein bisschen verstecken müssen, um zu üben, weil die haben ja einen Partner oder was weiß ich und das stört wirklich die Fortschritte.

Helge Slaatto: Es ist wichtig, dass man tatsächlich diese ganz praktischen Probleme irgendwie löst, dass man irgendwo hat, wo man eine gewisse Zeit üben kann. Das klingt fürchterlich einfach, aber es ist nicht unbedingt immer so. Ich meine, ich hatte neulich eine Studentin und die hatte so leise gespielt und ich habe gesagt „Mehr, mehr“ und dann zeigte sich, dass sie in einer Wohnung übt, wo sie das Gefühl hat, dass die anderen alles hören können, was sie macht, weil sie hört alles, was die anderen machen und deswegen wollte sie nicht stören. Deswegen spielt sie so leise wie nur möglich, damit niemand das hört und das ist natürlich kein guter Ausgangspunkt.

Antoine Morales: Das stimmt. Ich habe jetzt ein paar persönliche Fragen. So zum Beispiel erstmal, was ist ihr Lieblingsstück für die Geige? Haben Sie irgendwas, was Ihr Lieblingsstück ist?

Helge Slaatto: Ja, das ist...ich würde sagen, erstens ist es fast immer das Stück, was ich gerade spiele oder womit ich mich gerade beschäftige. Das gilt auch für Stücke, die ich zuerst nicht mag und dann fängt man an damit zu arbeiten und merkt „Das ist doch wirklich schön“. Auch wenn man unterrichtet, fängt man an und „Oh“ und dann „Das ist doch ein sehr schönes Stück“ und wenn man es gut macht, wird es richtig gut. Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Aspekt, aber gleichzeitig ist es natürlich so, dass gewisse Komponisten schon in einer ganz eigenen Liga sind.

Da ist gar kein Zweifel. Eines ist, was man selber spielt, aber was anderes ist, was man unterrichtet und da muss ich schon sagen, wenn es ums Unterrichten geht, wenn man überhaupt mit Beethoven zu tun hat, mit seinen Sonaten zum Beispiel, dass sie schon jedes Mal unendlich interessant sind zu unterrichten, weil da ist so viel in dieser Musik und derjenige, der das spielt, kann so viel davon lernen. Da gibt es aber auch ganz andere Sachen, die auch wichtig sind. Zum Beispiel hatte ich inzwischen vor zehn Jahren, fing mein Kontrabass Freund Frank Reinecke, wir haben ein Duo und ich fang an ein Stück für Geige und Kontrabass von Wolfgang von Schweinitz zu spielen. Damit fingen wir an. Das war ein Stück in reiner Stimmung also alles auf die Obertöne aufgebaut. Ein sehr kompliziertes Stück und am Anfang unserer ersten Proben...ich kann mich daran errinern, in 2006 in Berlin. Das war ein sehr heißer Sommer.

Die arme Frau, wo wir wohnten, seine Stiefmutter, die hat eine Engelsgeduld, weil was die da hörte, waren die merkwürdigsten Geräusche, aber zum Schluss haben wir dafür den Deutschen Schallplattenpreis bekommen, für diese Einspielung, aber das Interessante bei dieser Sache war, das hat die Ohren so sehr entwickelt. Wenn man die Differenztöne hört, wenn ganz reine Intervalle hört, die wie Differenztöne mitschwingen. Das ist nicht nur eine Einbildung, sondern die klingen wie Helmholtz gezeigt hat. Die klingen rein physisch und deswegen können die manchmal ganz tiefe Töne erzeugen durch reines mitschwingen. Das öffnet, das war für mich auch eine sehr große Inspiration, weil die Ohren werden mit entwickelt.

Antoine Morales: Das ist auch für die Intonation sehr wichtig. Nach einiger Zeit, wenn man schon ziemlich präzise spielt, um noch präziser zu spielen, man muss wirklich jeden Ton hören, und da sind diese Obertöne, die Geige fängt an wirklich mit zu vibrieren und man hört eigentlich alle diese Töne.

Helge Slaatto: Genau. Und natürlich auf der Geige würde ich sagen, da gibt es ein paar einfache Spielregeln. Die Töne, die wir auf der Geige haben also G, D, A, E, die sollen wir, ganz wurscht wo die auf der Geige auftauchen, möglichst immer so spielen, dass sie gut mit diesen leeren Saiten stimmen, dann schwingt alles ganz einfach viel besser. Ich weiß, das ist nicht immer nur so. Es gibt Ausnahmen, aber macht man das, dann kommt man erstaunlich weit.

Antoine Morales: Mindestens bist du in der Lage, für einen Anfänger mit dem dritten Finger zu spielen.

Helge Slaatto: Wir dürfen eine Sache nicht vergessen. Wenn wir in der ersten Lage spielen, vor allem bei den alten Schulen, war es oft so, dass einer der ersten Doppelgriffe, die man spielte, war zum Beispiel die kleine Terz, ein A-C und dieser Griff ist einer der schwersten.

Antoine Morales: Ja, stimmt. Ja, weil da ist so ein großes Intervall.

Helge Slaatto: Ja, das ist sehr groß und man sollte vielleicht lieber ein bisschen höher mit dieser Art von Doppelgriffe anfangen und auf jeden Fall denken, die große Terz ist leichter zu greifen. Es ist nicht alles, was in der ersten Lage steht, der das leichteste ist.

Antoine Morales: Deswegen ist es sehr wichtig eine sehr gute Methode zu haben. Eine sehr gute Methode zu suchen, um Geige zu lernen, weil ansonsten kann man das unglaublich verlernen, wenn man..

Helge Slaatto: Und wie gesagt, Szilvay kann ich sehr empfehlen. Er ist auch ein wunderbarer Mensch und der war schon zweimal hier in Münster und ich möchte ihn gerne wieder einladen, weil ich finde, das ist auch sehr schön jemand, der lebt für seine Schüler.

Antoine Morales: Sehr schön. Genau, eine letzte Frage. Warum haben Sie sich selbst entschieden professioneller Geiger zu werden?

Helge Slaatto: Ja, genau. Das war nicht leicht, weil ich habe natürlich, hatte ich immer dieses, man hat sich verglichen mit anderen Leuten, die sehr gut spielten und so „Oh, werde ich jeweils so gut sein“. Das war nicht leicht diese Entscheidung zu treffen. Irgendwann hat man es dann doch gewagt, aber ganz so tief unten liegt, glaube ich, auch ein bisschen dieses Gefühl. Wenn es mich viel Mühe kostet und es ist schwer, dann lerne ich, wie man das lernen kann und dann könnte ich vielleicht eines Tages anderen Leuten helfen also mit anderen Worten, da liegt irgendwo ein bisschen so ein pädagogischer Impuls. Abgesehen davon, dass ich wahnsinnig gerne, also ich liebe Musik und das ist ein sehr wichtiger Faktor. Ich habe zum Beispiel.. aber ich finde es sehr lustig, wie lange man braucht, um das festzustellen, also zu erkennen..

Antoine Morales: Das man das wirklich so..

Helge Slaatto: Also man...weil das ist ja eigentlich sozusagen eine ständige Triebkraft und ich erinnere mich, ich hatte ein Konzert mit Kollegen und das war nicht mal ein besonders tolles Konzert. Es ist nicht mal so lange her, 10 Jahre, 15 Jahre irgend so etwas. Es war kein besonders tolles Konzert, nicht besonders viele Leute im Publikum. Wir spielten Stücke, die Trios von, ich glaube, irgendwelche spanischen Komponisten, die nicht unbedingt absolut die erste Garnitur waren, aber plötzlich im Konzert ist mir das nur schlagartig klar geworden: „Ich liebe Geige spielen und ich liebe es Musik zu machen“ und völlig unabhängig davon unter welchen Umständen, weil sehr oft ist ja dieses „Ah, wenn ich nicht Weltmeister werde, dann hat es sowieso keinen Sinn“, „Wenn ich nicht Professor werde, hat es sowieso keinen Sinn“, „Wenn ich nicht dies oder jenes werden, lass es lieber bleiben und sowas“.

Man muss irgendwann diesen Punkt, wo man erreicht und man sieht, das ist doch fantastisch so ein Instrument spielen zu können und dürfen und Musik machen. Es ist doch sowas wertvolles und oft ist es gerade das, dass wir diesen Nullpunkt erreichen müssen und das kann man.. Suyoen hat mir erzählt, dass sie mit Pamela Frank irgendeine Stunde gehabt hat, wo sie selber irgendein Unfall hatte oder krank war oder sowas, so dass sie selber nicht spielen konnte und da saßen diese jungen Leute alle voll von Ambitionen und Komplexen und alles mögliche und die Pamela Frank, die dann eben nicht spielen konnte sagte „Wisst ihr wie glücklich ihr sein könnten, dass sie überhaupt spielen könnt und dürft und so? Ihr solltet das genießen“ und sie hat fast geheult. Oder Rubinstein als ganz junger wollte er sich das Leben nehmen und dann ist es gescheitert, er ist gefallen und dann hat er verstanden, es geht darum das Leben zu lieben völlig ohne Bedingungen und das ist das gleiche mit Musik machen.

Antoine Morales: Es gibt bestimmt sehr viele, die aufhören Geige zu lernen oder Leute, die es recht proportional lernen wollten und weil die sehen, dass die nicht die Nummer eins sein können und dann spielen die keine Geige mehr im ganzen Leben. Als Anfänger muss man genauso wirklich gut verstehen, weil auch, wenn sie nicht so 5 h pro Tag üben können oder weiß was ich 20 Jahre lang, um ganz nach oben zu kommen, es ist nicht das ganz Wichtigste. Ist einfach Spaß mit der Geige zu haben und so ein bisschen Fortschritte zu machen.

Helge Slaatto: Aber auch, wenn man sagt, man muss nur Spaß haben, dass dieser Ausdruck, da bin ich auch wieder ein klein bisschen skeptisch, weil das klingt so leicht nach nur was Oberflächliches, unverpflichtet, weil wenn wir zu diesem Ausdruck kommen Spaß haben, dass wenn man etwas ehrlich und gründlich und konzentriert macht, dann macht es Spaß und das kann man sehen bei Kindern. Man sieht bei Kindern, wenn die spielen und die machen was, das ist eine ungeheuer ernste Angelegenheit. Wenn die Kinder spielen, ist es eine hochernste Angelegenheit.

Antoine Morales: Also sind sie auch konzentriert.

Helge Slaatto: Ja. Das sollte unser Vorbild sein, was auch Picasso gesagt hat. Jedes Kind ist ein Künstler und die Kunst ist es auch das Beibehalten und Weitergeben, wenn man älter wird.

Antoine Morales: Sehr schön. Wenn wir Spaß haben, dann sollten wir immer versuchen besser Geige zu spielen und richtig konzentriert zu sein und nicht irgendwas so spielen. Natürlich muss man auch richtig üben, so Methoden benutzen und gründlich so Schritt für Schritt erklären. Sehr schön. Vielleicht haben Sie eine CD, die Sie uns vorstellen möchten, oder?

Helge Slaatto: Auch moderne Stücke und dann sind das ganz verschiedene moderne Komponisten und auch ältere Klassiker wie Bartók, finde ich, das ist so schön zu spielen, weil die Verbindung zur Bach ist auch so deutlich. Dann natürlich gibt es auch wunderbare Kammermusik und Werke wie Schönberg. Streichtrio, finde ich immer noch als ein grandioses Stück, weil es auch psychologisch so interessant ist, weil er hatte ja da so ein Herzinfarkt gehabt und wurde gerettet und hat danach dieses Stück gemacht und da kann man richtig hören die Angstzustände am Anfang und wie dann der Doktor kommt und die Spritze reinsetzt, was ihn rettet und wie die Erinnerungen wieder hoch kommen und er kommt wieder zum Leben und dann später kommen die alten Erinnerungen zurück in Form von Flashbacks. Das ist totale moderne Traumaforschung das kann man in so einem modernen Musikstück erleben. Das ist schon sehr erstaunlich.

Antoine Morales: Okay, super. Machen wir eine Zusammenfassung. Sie haben uns gesagt zum Beispiel, dass der wichtigste Faktor um Geige zu lernen erstmal die Motivation ist, dass man richtig motiviert ist und dass es auch sehr wichtig ist diese Vorstellung zu haben von das, was man spielen will, so richtige klare Vorstellung von Klang, von der Intonation und dass man das am besten verbessern könnte zum Beispiel, indem man mit jemand anderem spielt oder mit einer Aufnahme, um gleichzeitig etwas Schönes zu hören. Dann auch CDs hören und sowas.

Sie haben uns auch erklärt, dass man sowieso, wenn man spielt, auch Fehler macht, aber das ist normal. Das muss man akzeptieren, aber das Wichtigste ist, dass Sie etwas tun und nicht zu denken, so wie die alte Dame, dass man erst anfangen kann, wenn man es kann, weil sonst würde das nie kommen natürlich. Wir haben auch gesehen, dass was überhaupt wichtig ist, ist wie man übt und nicht wie lange man übt. Wichtig war, dass man wirklich konzentriert bleibt, dass man wirklich immer Lust hat besser zu werden und dass man wirklich zuhört, weil wenn man zu lange übt, dann bringt das gar nichts mehr. So nicht versuchen, ich weiß nicht, so 4 Stunde am Tag zu üben, sondern nur einfach üben. Sie können mehr über Helge Slaatto auf seine Webseite entdecken. So einen Link finden Sie hier und wenn dir das Video gefallen hat klicke gefällt mir und abonniere dir meinen YouTube Kanal. Dann viel Spaß und vielen Dank zu Helge Slaatto. Dann viel Spaß noch.

  • Updated 6. September 2017

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